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Viele Menschen fragen sich, ob Sonnencreme gefährlich ist oder Nebenwirkungen hat. Generell kann ein kosmetisches Produkt immer Nebenwirkungen oder allergische Reaktionen auslösen. Hier soll es jedoch im Speziellen um Nanopartikel in Sonnencreme gehen.

Nanopartikel in Sonnencreme

In moderner Sonnencreme wird häufig Titandioxid oder Zinkoxid eingesetzt. Diese Materialien werden in Form von wenigen Nanometer großen Partikeln beigemischt. Auf der Verpackung der Sonnencreme ist dies häufig mit "Titandioxid (nano)" oder ähnlichem gekennzeichnet. Titandioxid und Zinkoxid gehören zur Gruppe der physikalischen UV-Filter. Durch ihre optischen Eigenschaften und kleine Größe zerstreuen sie das eintreffende UV-Licht in alle Richtungen. Dadurch wird der Anteil der UV-Strahlung auf der Haut effektiv reduziert. Nanopartikel zerstreuen das einfallende Licht, ohne dabei eine dicke weiße Schutzschicht zu hinterlassen. Im Gegensatz zu herkömmlicher Sonnencreme kann Sonnenmilch oder Spray mit Nanopartikeln sogar transparent sein. Viele Kundinnnen und Kunden bevorzugen transparente Creme bzw. Sonnenmilch, die nur geringfügig die Haut weiß erscheinen lässt. Ein effektiver Sonnenschutz bei gleichzeitiger Transparenz der Sonnencreme ist mit Nanopartikeln sehr einfach möglich.

Nanopartikel in Sonnencreme: Gesundheitsgefahren?

Generell gilt, dass die Nanotechnologie bzw. Materialien in Nanometer-Größe noch nicht lange in Pflegeprodukten verwendet wird und damit nicht so stark erforscht ist wie herkömmliche chemische Wirkstoffe. Trotzdem weiß die Wissenschaft um Gefahren und Wirkmechanismen. Aufgrund der geringen Größe der Partikel können sich diese überall anlagern und durchdringen auch kleinste Öffnungen. Es gibt einige Studien zum Thema Nanopartikel.

Die meisten Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Nanopartikel, die auf die Haut aufgetragen werden, nicht in die Haut eindringen. Die oberste Hautschicht, die Hornhaut wird durch die Partikel nicht oder nur geringfügig durchdrungen. Einige Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Nanopartikel zwar die Hornhaut nicht passieren, sich jedoch partiell in Haarfollikeln oder Schweißdrüsen anlagern können. Die Untersuchen gelten für unverletzte Haut. Zu beachten ist außerdem, dass Babys eine viel dünnere Hornhaut haben und damit leichter durchdringt werden könnte. Daher enthält Baby-Sonnencreme in der Regel keine Nanopartikel.

Titandioxid- und Zinkoxid-Partikel können allerdings durch die Lunge aufgenommen werden. Dies ist insbesondere bei transparenten Sonnensprays zu beachten. Auch wenn man vorsichtig damit umgeht, kann man ein Einatmen der Partikel nicht ausschließen. In wissenschaftlichen Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass die Partikel sich in der Lunge anreichern können bei hohen Dosen im Bereich einiger Milligramm pro Kubikmeter. Eine schädliche karzinogene Wirkung von Titandioxid wurde bei hohen Dosen nachgewiesen, wie sie im industriellen Kontext bei der Herstellung der Nanopartikel auftreten. Bei der Herstellung werden aus Sicherheitsgründen auch Maßnahmen ergriffen, um ein versehentliches Einatmen zu verhindern.

Wer die Gesundheitsbewertung von Titandioxid genauer nachlesen möchte, dem sei der Colipa-Report empfohlen. Die Colipa ist die europäische Kosmetik- und Parfüm-Vereinigung und bewertet regelmäßig die Toxizität von Kosmetika. In der Zusammenfassung des Berichts wird erwähnt: "Therefore the SCCS does not recommend the use of nano TiO2 in sprayable applications". Übersetzt bedeutet dies, dass das wissenschaftliche Komitee der Colipa NICHT empfiehlt, Titandioxid-Nanopartikel in Sprühform zu verwenden. Diese Aussage ist relativ eindeutig, von daher sollte man eher zu Sonnencreme in Tubenform greifen, falls Nanopartikel darin enthalten sind. Bei Baby-Sonnencreme sollte man auch auf herkömmliche Sonnenmilch ohne Nanopartikel setzen, da Babys eine viel dünnere Haut haben. Eine generelle Panikmache vor Nanopartikel in Sonnencreme ist aber nicht gerechtfertigt.